Mein Faible für Hufe war mein Einstieg in die Homöopathie. In diverser Populärliteratur fanden sich immer wieder Ratschläge zu homöopathischen Arzneien, welche jedoch sehr unterschiedlich waren. Um zu erforschen, warum einmal dieses und einmal jenes empfohlen wurde, begab ich mich in die Bibliothek der VetMed und fand heraus, dass homöopathische Arzneimittel nicht nach Diagnose, sondern nach den individuellen Symptomen des Patienten gewählt werden müssen.

So sind bei der Anamnese eines Hufrehepferdes viele scheinbar nebensächlich Dinge wesentlich.

  • Wann haben die Beschwerden begonnen?
  • Was ging den Beschwerden voraus? Futterumstellung, Wetterwechsel, Überanstrengung, Infektionskrankheit usw. …
  • Was erleichtert die Beschwerden? Leichte Bewegung auf weichem Untergrund, Kühlen der Hufe, Zuwendung usw. …
  • Welche Nebenbeschwerden gibt es? Hautprobleme, Zyklusbeschwerden, Erkrankung sonstiger Organsysteme usw. …
  • Welche vorhergegangenen Erkrankungen gab es? Mauke, Abszesse, Husten, usw. …

Mit diesen Informationen wird die passende Arznei ausgewählt und in einer Hochpotenz verabreicht. Zusätzlich erfolgt natürlich eine Beratung bezüglich Fütterung,Haltung, Hufbearbeitung usw.
Wenn die passende Arznei ausgewählt wurde, dann zeigt sich innerhalb von 24 h eine Besserung der Schmerzhaftigkeit. Selbst schwere Hufreheschübe können oftmals innerhalb von Tagen gestoppt werden.

Wichtig ist, die Behandlung auch nach dem Schub fortzusetzen. Hierzu ist für die chronische Erkrankung häufig eine andere Arznei als für die aktue Erkrankung notwendig. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Homöopathen und Pferdebesitzer.

Für den Fall, dass das passende Mittel nicht gefunden werden kann (sehr selten), steht natürlich auch die schulmedizinische Behandlung zur Verfügung. Erfahrungsgemäß gelingt jedoch mit einer guten homöopathischen Behandlung ein schnellerer Heilungserfolg.